Erdüberlastungstag 2020 – Kreislaufwirtschaft muss kommen

Wir leben über unsere Verhältnisse! Am Samstag, den 22. August war es wieder soweit: Alle Ressourcen, die jetzt noch verbraucht werden, können bis zum Jahresende nicht mehr nachwachsen, so die Non-Profit-Organisation Global Footprint. Jährlich wird der „Earth Overshoot Day errechnet. Diesmal liegt er zwar drei Wochen später als letztes Jahr, aber das ist kein „Fortschritt“, so ein Sprecher von Global Footprint. Durch die Corona-Pandemie sank der Ressourcenverbrauch zwar um 10 Prozent, aber um ein ökologisches Gleichgewicht herzustellen, braucht es gesteuerte und erforderliche Maßnahmen. Es werden noch immer 1,6 Erden verbraucht, um den Ressourcenhunger auszugleichen.

Aus Klima- und Umweltgründen, aber auch aus Knappheitsgründen muss es ein Umdenken geben. Zwar wird schon seit Jahren über die Kreislaufwirtschaft diskutiert, aber die Ressourceneffizienz hat zu lange in den Diskussionen im Fokus gestanden. So kamen Recyclingquoten im Sinne des Ressourcenschutzes nicht so voran wie gehofft. Gerade für Kunststoffe und Verpackungen muss noch viel getan werden. Hier gibt es ein großes Potenzial. Die Boston Consulting Group (BCC) hat in einer Studie aufgezeigt, dass durch die Kreislaufwirtschaft in Deutschland bis zum Jahr 2030 ein Wertschöpfungspotenzial von 140 bis 200 Milliarden Euro im Jahr möglich ist, wenn mindestens 50 bis 70 Prozent der Ressourcen wiederverwendet. Mit einer Kreislaufwirtschaft in dieser Größenordnung kann es gelingen, die Ressourcen in Deutschland nicht übernutzen. Zur Zeit liegen die Werte nur bei 10,4 Prozent der eingesetzten Produktionsmittel sekundärer, wiederverwerteter Rohstoffe.