Zweite Jahrestagung der Renn.west in Frankfurt

Die zweite Jahrestagung der Regionalen Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien WEST (RENN.west) in Frankfurt hat noch einmal deutlich gemacht, die Politik muss die konsequente Umsetzung von Maßnahmen stärker im Blick haben, damit die Nachhaltigkeitsstrategien von BUND und Ländern erfolgreich sind. Viele Initiativen, die schon in der Praxis die nachhaltige Entwicklung fördern, wurden vorgestellt.

Karl Falkenberg, ehemaliger Sonderberater für Nachhaltige Entwicklung (EPSC) bei der EU-Kommission lenkte den Blick in seiner Keynote auf den Peer Review Bericht 2018 der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Obwohl in Deutschland durch den Rat für  Nachhaltige Entwicklung und viele Netzwerke das Thema Nachhaltigkeit strukturell gut verankert ist, geht die nachhaltige Entwicklung in die falsche Richtung. Ob Nitratbelastung, Stickoxidbelastung oder Genderfrage, Deutschland muss mit konkreten Maßnahmen die gesetzten Ziele erreichen, so seine Forderung.

Auch Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, forderte die Politik zum Handeln auf. Die Klimaziele 2020 werden gerissen, die Minimierung des Landschaftsverbrauchs wird verfehlt, die Politik muss jetzt handeln, denn die Zeit wird knapp.

Interessante Gespräche mit den ExpertInnen ergaben sich in den Pausen, nachmittags gab es Workshops. Meine Wahl fiel auf Digitalisierung und der ländliche Raum. Hier gab es spannende Einblicke, wie Digitalisierung zu einer Nachhaltigen Entwicklung beitragen kann. Drei Praxisbeispiele wurden vorgestellt und zeigten, so kann der ländliche Raum attraktiver und nachhaltiger werden. Die Stadtwerke Trier arbeiten daran, durch die Nutzung ihrer Hochbehälter ein „eigenes kleines Pumpspeicherwerk“ zu entwickeln. In der Verbandsgemeinde Birkenfeld werden mit dem Elektro-Bürgerauto auf vorbildliche Weise Digitalisierung und Ehrenamt verbunden. Von Montag bis Freitag können BürgerInnen das Bürger-Auto buchen. Ehrenamtliche sichern den täglichen Fahrbetrieb. Die Regionale Entwicklungsagentur stellte einen Lieferservice vor, der den fehlenden Handel vor Ort ausgleichen soll. Über eine virtuelle Plattform können Kunden bei unterschiedlichen örtlichen Anbietern ihre Bestellung aufgeben. Die Kunden-Bestellungen werden zusammengefasst und ausgeliefert.