Verantwortungsvolle Unternehmensführung

Fast jede Unternehmensentscheidung hat Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen im und außerhalb des Unternehmens. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer haben erkannt, dass es neben der Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben im ökologischen, sozialen und ökonomischen Bereich noch Handlungsfelder und Spielräume gibt, um mehr für die Umwelt, für eine faire Arbeitswelt und für eine gerechte Gesellschaft zu tun. Dies nutzt nicht nur der Gesellschaft, sondern auch den Unternehmen.

Corporate Citizenship – das Unternehmen als „guter Bürger“


Unter Corporate Citizenship (CC) ist das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmen bzw. ihrer Beschäftigten zu verstehen, das über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinausgeht.

 

Das Unternehmen engagiert sich als „guter Bürger in der Gesellschaft“ über wohltätige Handlungen (Philanthropie), die sowohl ökologische, soziale oder kulturelle Belange betreffen z.B. werden Vereine unterstützt. Idealerweise ergibt sich für das Unternehmen und die Organisation dabei eine Win-Win-Situation. Zu den Formen von CC gehören Corporate Giving (Spenden und Sponsoring), Corporate Foundations (gemeinnützige Stiftungen), Corporate Volunteering (Freistellung von Mitarbeitern für soziales Engagement) und Corporate Partnerships (langfristige Kooperation mit einer Organisation).

Corporate Social Responsibility – gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen


Corporate Social Responsibility (CSR) wird in Deutschland mit „gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“ oder mit „verantwortliche Unternehmensführung“ übersetzt. CSR bezieht sich auf die Bereiche entlang des Kerngeschäftes und war jahrelang durch Freiwilligkeit gekennzeichnet. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit Ökonomie, Ökologie und Soziales, die in direkten und indirekten Wechselwirkungen zueinander stehen, werden hierbei berücksichtigt.

 

Ein Unternehmen soll neben wirtschaftlichen auch soziale und ökologische Ziele verfolgen. Zwar wird Corporate Citizenship (CC) landläufig oft als Synonym für CSR verwendet, ist aber nur ein Teilaspekt einer umfassenderen CSR-Strategie. Mittlerweile werden diese Begriffe auch als nachhaltige Unternehmensentwicklung verstanden. Noch 2001 hatte die EU-Kommission CSR in Unternehmen folgendermaßen definiert: Soziale und ökologische Aspekte werden freiwillig in die Unternehmertätigkeit integriert und die Wechselbeziehungen der Stakeholder werden berücksichtigt. Im Jahr 2011 wurde dies neu und in verbindlicher Form formuliert: CSR ist „die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“. Sie sollen „soziale, ökologische, ethische, Menschenrechts- und Verbraucherbelange in enger Zusammenarbeit mit den Stakeholdern in die Betriebsführung und in die Kernstrategie“ integrieren.

Nachhaltiges Wirtschaften – das Wirtschaften der Zukunft

 

Nachhaltigkeit ist ein Prinzip, das in der Forstwirtschaft schon lange praktiziert wird: „Schlage nur soviel Holz, wie der Wald es auch verkraften kann!“ (Hans-Karl von Carlowitz, 1713). Übertragen auf ein Unternehmen bedeutet Nachhaltigkeit die Verantwortung, Ressourcen effizient einzusetzen, um die Unternehmensaktivitäten sozial– und umweltverträglich kontinuierlich zu verbessern und so den ökonomischen Erfolg zu sichern.

 

Der Brundlandt-Bericht der UN-Kommission definierte 1987 nachhaltige Entwicklung vor dem Hintergrund der Generationengerechtigkeit. Daraus entwickelte sich bei der UN-Konferenz in Rio 1992 die nachhaltige Entwicklung als Leitmotiv der Staatengemeinschaft, der Weltwirtschaft und der Weltzivilgesellschaft, die Agenda 21.

 

Ebenso werden soziale und umweltbezogene Aspekte der unternehmerischen Verantwortung mit den Begriffen nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltige Unternehmensführung verbunden, während sich die Nachhaltigkeitsdiskussion früher nur auf Umweltthemen bezog. Nachhaltige Unternehmensführung dient somit als Oberbegriff, dem Corporate Social Responsibility (CSR) untergeordnet ist.

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